20 Jahre ohne Mauer
22:30h an der Bornholmer: Wenig aber wohlgelauntes Volk im Nieselregen, aufgeräumte Polizisten, viele Menschen mit Fernsehkameras, die nicht so recht wissen, auf wen sie diese noch richten sollen.
23:30h, Brandenburger Tor: Sehr viele schlecht gelaunte bis verspannte Polizisten, einige irritierte Touristen, einige Journalisten, die sich gegenseitig bzw. die Polizisten, die Security und das Tor selber abfilmen. Insgesamt eine Stimmung Marke Kehraus. – Es gibt Tage, da wünscht man sich Spanier zu sein. Oder Franzose. Die feiern ihre Feste wenigstens.
Randbemerkung: Das Brandenburger Tor war unpassierbar, abgeriegelt durch Polizei und Security.
Das klingt ja toll. :-(
Und da dachte ich hier noch, wie blöd, ausgerechnet so einen Abend auf einem Schulelternabend zu verbringen. Das war dann aber möglicherweise doch aufbauender als, was Sie mitansehen mußten.
Da stand doch am Wochenende so ein nettes Essay in der taz, wie der Osten in den Westen kam.
Seitens Polizei- und Überwachungsstaat sind wir da ja auf dem besten Wege.
Ja, Herr Phileas, auch ich weine täglich um das Dahinsiechen des Grundgesetzes, aber das ist noch eine ganz andere Geschichte.
Das gestern, das war einfach unglaublich instinktlos – ein PR-Fass aufmachen, groß tun, und so bald die Kameras weg sind, ist ein Ort nur noch ein Platz im Regen, voll mit Security und sinnlosen Absperrungen. Mit dem Volk, mit einem Fest der Freiheit gar! hatte das alles wahrlich nichts zu tun.
Mal ganz davon ab: Wie kann man so blöde sein, ein Fest zu feiern zu einem Tag, an dem ein Tor wieder ein Tor wurde – und dann ausgerechnet dieses symbolbelastete Tor unpassierbar machen?