Verdammte Axt
Das muß doch alles anders gehen.
Bewegung, auf der ganzen Linie. Wo und wie angehen ist die große Frage.
Werde einen Plan machen, damit Gott etwas zu lachen hat.
Ein Anfang, immerhin.
P.S. Die Ruhe hier nervt auch. Wenn meine geschätzen Leser weiterhin so schweigsam sind – auch Beschwerden werden gern genommen – mache ich das Ding hier im April zu. Ohne Resonanz kann ich es auch lassen und artig in die Schublade denken.
Nein, ich bin nicht beleidigt. Nur unterfordert und realistisch. Wenn ich mit dem ganzen Driss hier niemanden bewegen kann, sollte ich zum analogen Tagebuch zurückkehren, dann habe ich hier draußen – at least for the time being – einfach nichts verloren.
killing nights
jetzt steh ich hier
das Wasser riecht nach Gift
und’n toter Vogel kommt vorbei und stirbt -
der Kellner spielt Klavier.
Wir sind die letzten von hundertzehn -
wir warten bis die Zeit vergeht.
Tausend Tage und Nächte auf See
das Land kommt nie zurück.
‘Ne Menge Mädchen
war’n dabei und lachten
viel zu schön um zu gehn.
Wir war’n so hungrig
wir war’n so kalt
wir wollten nie zurück
und jetzt treiben wir rum
auf dem toten Schiff
und warten bis die Zeit vergeht.
Der Rote Hugo hängt tot im Seil
die Leiche stinkt nach Shit.
Wie’n weißer Engel
schön wie Schnee hängt er da -
ey, du tust dir doch weh
War’n wilder Kerl mit feuchtem Blick
doch der kommt nie zurück.
So schreib’ dein Leben auf
ein Stück Papier
und warte bis die Zeit vergeht.
Arbeit, Bastet-sei-Dank. Flow, ein Dank an dieselbe. Die Nacht ist eine Freundin, der ich mich heute viel zu spät erst zuwenden konnte (wünschte ich wäre noch wacher), doch hat die Dame ein Messer im Gewande … Musiklisten, Flashbacks.
Programmierung lastet immer nur einen ganz bestimmten Teil des Hirns aus, der Rest ist ganz neudeutsch ‘idle’ und geht seine eigenen Wege.
Der Erkenntnisgewinn kann erheblich sein, stört aber zum einen die A-Ebene und ist zum anderen i.d. R. erstens schmerzhaft und zweitens nachhaltig. Was ich letztlich sagen möchte? Fragt mich morgen, ich schreibe ins Unreine.
Nur soviel ist klar: Es gibt Erkenntnishorizonte, für die man allein sein muß.
Virginia läßt grüßen.
2009

Im Januar war ich auf dem Eis. Habe um meinen Kern gekämpft. Den Höhlenmenschen gegeben. Meine Heimat gesucht. Im Februar lernte ich der Dunkelheit Herrin zu werden. Fand zum Hexentum zurück. Licht war kaum. Im März gab ich Trost wo ich konnte. Liebte das Spiel und die Farbe rot. Ein Tag an der Ostsee. Der April fand mich lustvoll in der Erde wühlend, ausgeglichen und photographiergeil. Im Mai eine glänzende Kugel. Dem Juni der Zorn, das Aufbegehren und die Hilflosigkeit. Ein abgebrochener Schlüssel. Sehr viel Musik. Nachtflüge. Mut. Streifzüge. Das Leben findet draußen statt im Juli. Es wird ein Mantra gefunden werden, das bis Oktober trägt. Ich kann etwas geben.
Der August bringt Druck, Stress und Aufregung. Häßliche Verluste werfen ihre Schatten voraus. Der September wagt es das Leitmotiv vom Januar nochmals mißtönend in meine Ohren zu schicken. Ich trotze. Ein Projekt macht rasend Spaß und geht dann doch den Bach runter. Ein wichtiger Mensch betritt meinen Planeten und hilft mir beim Gießen der Rosen und bei der Pflege der Fäden. Im September einer der besten Tage. Am Meer, wo sonst? Große Gelassenheit im Oktober. Viel Licht & Luft. Energie. Kollegen. Nähe. Zwei Menschen verschwinden aus meinem Leben. Ein Leitmotiv seit März will einfach nicht weichen. November – alles ist gut obwohl wenig gut ist. Im Dezember werden kleine Kreise geflogen. Große Kreise vollendet. Risikobereitschaft. Viel Frosch. Jemand findet mich, den ich nicht gesucht habe. Glück. Lernergebnisse. Viel Kino, viel Musik. Tage voller Wunder.
Ein glückliche(re)s neues Jahr euch allen!